Zu Beginn jeder Mobile-App-Entwicklung stellen sich viele Fragen, z.B. welche Bedürfnisse des Nutzers berücksichtigt werden müssen. YMC erläutert anhand der Hannibal App, wie wir bei der Entwicklung von mobilen Anwendungen vorgehen, um ein erfolgreiches und vor allem benutzerfreundliches Produkt zu produzieren.

Zunächst gilt es zu klären, ob eine mobile Seite oder mobile App zu entwickeln ist. Die Entwicklung einer Anwendung für unterschiedliche mobile Plattformen wie Android, iOS, und Windows Phone ist sehr kostspielig, weshalb der Nutzen dieses Aufwands gut abgewägt sein sollte. Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung von einer mobilfähigen Seite, die plattformübergreifend in den mobilen Browsern gleich dargestellt wird, oftmals wesentlich wirtschaftlicher. Vor allem bei komplexen Web Sites und Web Apps ist es allerdings meist sinnvoll, für mobile Plattformen optimierte Versionen anzubieten, da diese wesentlich benutzerfreundlicher sein können. Wie bei vielen anderen Web-Applikationen können mit der für Desktops optimierten Version von Hannibal vielseitige Informationen dargestellt werden, die so mit einer mobilen Seite nicht benutzerfreundlich abzubilden wären.

Es ist also notwendig, diese Informationen auf die wesentlichsten zu reduzieren und diese für kleine Displays optimiert darzustellen. Des Weiteren ist Hannibal, wie viele Web-Applikationen, auf die Nutzung mit Maus optimiert. Informationen werden beispielsweise über Tooltips dargestellt, was bei der Bedienung mit Touchdisplays nicht funktioniert.  Um solchen Anforderungen gerecht zu werden, verfolgt YMC bei der mobilen App-Entwicklung ein systematisches Vorgehen.

Vorgehensmodell

Nach den strategischen Vorüberlegungen zu Kosten, Nutzen, Chancen etc. kann eine erste Projektvision erstellt werden.

“Hannibal ist   ….Die App zeigt in einer Übersicht die wichtigsten Kennzahlen der HBase-Installation…. Wenn der DevOp hier Auffälligkeiten findet, kann er durch einen Klick weitere Details zu den Zahlen einholen.”  Auszug aus der Vision, Hannibal Mobile

Danach beginnt der eigentliche Prozess der Software Entwicklung.

Phase 1 – User Research

Wer soll die Anwendung nutzen? Zu welchem Zweck soll sie verwendet werden? Wie alt sind meine Nutzer und wie mobilaffin sind sie? In dieser Phase ist es wichtig, die Nutzer zu erforschen. Hierfür sind vor allem Interviews mit potentiellen Nutzern, Fachleuten und Stakeholdern sinnvoll. Auch User-Beobachtungen, Markt- und Literaturrecherchen liefern nützliche Informationen. Nachdem genügend Informationen über die Nutzer und die zu unterstützenden Aufgaben gesammelt wurden, können Zielgruppe/-n, genaue Personas,  Szenarien sowie Produktanforderungen definiert werden.

Phase 2 – Information Architecture

Mit den Informationen über den Nutzer und seine Ziele/Aufgaben, können unsere Interaction Designer anschliessend zusammen mit den Stakeholdern den relevanten Inhalt der mobilen Anwendung abstimmen. Dabei werden alle Inhalte zu logischen Inhaltsblöcken zusammengefasst und die Informationsarchitektur (IA) des Systems entwickelt.

Phase 3 – Wireframes

In Phase 3 wird die IA dann durch abstrakte und skizzenartige Darstellungen des System abgebildet, so genannte Wireframes. Sie können mehr oder weniger konkret sein und beinhalten in späteren Stadien Navigationswege und Interaktionsmöglichkeiten für den Nutzer, sowie die genaue Platzierung der definierten Inhaltsblöcke. Die Erstellung von Wireframes sollte in Rücksprache mit den Entwicklern geschehen, da diese wichtigen Input zu SDK-Richtlinien, Aufwand und Machbarkeit von Features und Interaktionsmöglichkeiten geben können.

Phase 4 – Usability Testing

Um konzeptionelle Fehler schon früh zu erkennen, sollten MockUps idealerweise Usability Tests unterzogen werden. Usability Tests in der konzeptionellen Phase stellen zwar einen Mehraufwand dar, können aber sehr viel Zeit und Geld sparen, da spätere Verbesserungen am fertigen Produkt wesentlich aufwändiger bzw. teilweise nicht mehr möglich sind. Zusätzlich kann die Anwendung nach Fertigstellung der ersten lauffähigen Version getestet und letzte Mängel ausfindig gemacht werden.

Phase 5 – Design & Entwicklung

Wird ein Wireframe letztendlich vom Interaction Designer, den Entwicklern und potenziellem Nutzer für gut befunden, dient er als Grundlage für Entwicklung und Grafikdesign. Auch hier sollten mit Teilaspekten des Systems immer wieder iterativ Usability Tests durchgeführt werden. Wie oft, in welchem Ausmaß und zu welchem Zeitpunkt diese geschehen, sollte ebenfalls je nach Zeitspanne des Projekts und Budgets abgewägt werden.

Generell gibt es für jedes Projekt und jedes Budget Möglichkeiten und Lösungen, um jede dieser Phasen dem jeweiligen System entsprechend durchzuführen und damit ein erfolgreiches und benutzerfreundliches Produkt zu entwickeln. In den folgenden Posts zu der Serie werden wir auf jede Phase detailliert eingehen und Möglichkeiten aufzeigen, wie man mobile Anwendungen umsetzten kann.

Lesen Sie weiter.  Teil 2 – “Bauanleitung für native Apps – die Informationsarchitektur

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