Im letzten Artikel zur Reihe “Let’s do Cloud Programming!” habe ich die sehr mächtige Online IDE Cloud9 vorgestellt. Ein anderes Konzept verfolgt die webbasierte IDE Koding, die ich in diesem Artikel präsentiere.

Koding: Editor

Koding ist momentan erst in einer Betaversion testbar. Viele Features sind als Link aufgeschalten, aber noch nicht verfügbar. Laut Koding sind 90% der Features umgesetzt. Im Unterschied zu Cloud9 besitzt Koding eine Social Community Komponente. Wenn der Entwickler sich einloggt so landet er nicht auf einer Projektübersicht sondern auf dem Feed der Community. Jeder kann Topics verfassen, Code-Snippets posten, Stati setzen, Mitglieder folgen und selber von anderen Mitgliedern gefolgt werden. Im Public Feed werden alle Aktivitäten der Community aufgelistet, ähnlich dem Feed bei Facebook mit den Möglichkeiten bei anderen Aktivitäten mit diskutieren, zu teilen oder zu liken. Spannend an dieser Stelle wäre die Möglichkeit in einem Entwicklerteam einen eigenen Feed zu verfolgen und direkt über den Feed unter anderem per Code-Snippets zu diskutieren und sich auszutauschen.

Community-Feed

Um mit Entwickeln loszulegen muss auf “Click here to Start” geklickt werden. Die Möglichkeit mehrere Projekte anzulegen gibt es nicht. Links ist wieder der Projektbaum dargestellt und im rechten Bereich der Editor, der wie bei Cloud9 auf Ace (Ajax.org Cloud9 Editor) basiert. Die Aufteilung der IDE-Bereiche kann in der stabilen Version verändert werden, so dass der Projektbaum sich auch rechts befinden kann.

Koding bietet eine Versionsverwaltung mit Git an. Im Werkzeugkasten von Koding befindet sich auch eine hübsche Konsole, welche etwas träge wirkt. Jeder Tastendruck bewirkt hier nämlich einen Ajax-Call. In der stabilen Version soll Datenbankunterstützung mit MongoDB und MySQL geplant sein. Ein Webprojekt kann außerdem direkt in der IDE getestet werden. Mit Topic-Tags kann man Topics folgen oder den eigenen Inhalt teilen. Koding bietet auch eine Inbox für Nachrichten an. Diese Idee finde ich interessant. Warum sollte in einer IDE nicht auch gleichzeitig die Mailkommunikation respektive die Datenablage für ein Projekt stattfinden? Geplant ist auch ein Koding Apps Katalog um bekannte Web-Apps, Frameworks oder Goodies zu laden oder eigene Apps zu erstellen und diese mit der Community zu teilen.

Leider sind momentan noch viele Features deaktiviert, die aber demnächst aufgeschaltet werden. Daher ist es nicht möglich zum jetzigen Zeitpunkt das Projekt auf seine Praxistauglichkeit vollständig zu testen. Soweit macht die Plattform aber einen schlanken Eindruck und wirkt benutzerfreundlich. Eine echte IDE wie PhpStorm oder Eclipse kann Koding nicht ersetzen. Es fehlen elementare Funktionen wie Code-Completion oder Error-Reporting. Ich bin ebenfalls geteilter Meinung über die Integration der Social-Community. Als Vorteil werte ich den schnellen Austausch von Interessen und die Möglichkeit anderen Entwickler Fragen zu stellen, allerdings möchte ich in einer professionellen Entwicklungsumgebung keine “fremden” Entwickler in der IDE integriert haben, die in keiner Weise mit meinem Projekt in Relation stehen. Interessant wäre es aber die Community auf das eigene Entwicklerteam einzuschränken und den Nachrichtenaustausch über die IDE abzuwickeln. Koding verfolgt also einige gute Ideen und werde ich sicherlich noch einmal mit der stabilen Version testen.

In der nächsten Ausgabe der Reihe “Let’s do Cloud Programming!” wird die Online IDE ScalaIDE vorgestellt. Bei dieser IDE handelt es sich um ein Studentenprojekt wo im Hintergrund ein richtiger Compiler agiert und somit auch Code-Completion und Error-Reporting über das ganze Projekt hinweg funktioniert. Wie das ausschaut und funktioniert wird im nächsten Teil erklärt.

(This blog post is also available in English)

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